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Ein kleiner Artikel, den ich vor ca einem Jahr für INC verfasst habe..

Aller Anfang ist schwer, oder: Brettchenweberei

Um es gleichmal vorwegzunehmen: Ich bin weder ein Genie, noch hängt mein Leben an den Brettchen mit den 4 Löchern, sondern einfach eine Angefressene. Ich bin Fasziniert von der Technik, und von den Möglichkeiten, die sie offeriert. Allerdings sind meine Resultate meist recht „interessant“, denn ich experimentier sehr gerne herum.

Erde an Brettchen, oder Erste Schritte.

Auf’s Weben bin ich vor 2 Jahren gekommen.
Auf die Idee, wohlgemerkt. Denn mir hat es ein Brettchengewebter Gürtel absolut angetan. Aber warum denn €17 pro meter bezahlen, wenn man’s auch selbst machen kann?
Gesagt, getan. Auf dem Internet finden sich dutzende von Seiten beim Stichwort „Brettchenweben“, bei „Tabletweaving“ einige hundert.
Die Erste Anleitung war _relativ_ simpel.
Das Muster, welches ich mir ausgesucht hatte, ganz und gar nicht. Das Aufziehen der Brettchen noch weniger.
Also: frau schneidet sich 14 Brettchen, mehr oder weniger (eher weniger) gleich gross und gleich gelocht. Ich hab sogar daran gedacht, Wolle, die etwa gleich dick ist einzukaufen. Und steh vor dem ersten Ärgernis. Ich brauch Vier Knäuel derselben Farbe. Und das von 3 Farben!
Nach beinahe einer Stunde Wollewickeln und Katzeverscheuchen, hat die Motivation schon merklich nachgelassen. Und dann das Drama, weil sich die ausgedruckten Blätter andauernd verschleifen!
Das Schlimmste stand mir allerdings erst bevor: Das Aufziehen nach der „Brettchen für Brettchen“ Methode.

Wie in der Anleidung, mach ich 4 Fäden oben am Büchergestell fest, und fädle das erste Brettchen ein. Dann ein weiteres, dann noch eines und noch eines. Bis nach dem achten Brettchen die Katze mit Hingabe in die Brettchen springt, und ich nach dem Anblick des Fadengewirrs einen Frust-Heuler ablass, und mir schwör, die Dinger niemals wieder in die Finger zu nehmen.

Aber eben – faszinieren tut’s schon. Und irgendwie, können möcht frau’s schon. Tatsächlich treff ich auch meine gute Fee, in der Gestalt einer Museumspädagogengattin.
Erst lacht sie sich einen ab, (wegen meiner Erzählung) und zeigt mir den „undendlichen Aufzug“. Ein Wunder. Knapp 10 Minuten später hab ich eine perfekte ausgekämmte und geschärte Kette aufgezogen. Kein Frust, kein Geheul, einfach wunderbar. Auch hab ich mich auf 2 Farben beschränkt, und fing an, mir Rauten zu weben. Die schöne Seite war zwar unten, aber es lief wie geschmiert. Oben fings an zu filzen (denn es war handgesponnene Wolle) aber mich hat’s da definitiv gepackt.
Zu hause brettelte es weiter. Mit meinen unregelmässigen Brettchen, webte ich Rauten und Uni, Uni mit Rand und Rauten mit Rand.

Staudiegel und Colinwood, oder der Fluch des S und Z

Mittlerweile waren mir auch Staudiegel und Collingwood (die beiden „Gurus“ des Brettchenwebens) ein Begriff.
Und auch, weshalb ich mal die schöne Seite oben, und mal wieder unten hab.
Denn die beiden Herren bezeichnen Ihre Musterpatronen genau umgekehrt. Was bei einem „S“ ist, ist beim anderen „Z“. Der Witz ist: Staudiegel spricht von den Brettchen und Collingwood vom Faden. (oder war’s nun doch umgekehrt?) Einerlei: Die einfachste Variante ist: Merkt man, dass man Staudiegelt, und man sollte Colinwooden, dreht man einfach die Kette um, und voilà, das Muster wird schön. (Den selben Effekt hat’s auch, wenn man die Brettchen klappt. Aber da könnte man am Muster was unfreiwillig verpfuschen, also dreh ich eben)


Brettchenweben, was ist das genau?

Brettchenweben ist eine „relativ“ simple Methode, mittels Brettchen zu weben. Im Prinzip ist das Grundbrettchen quadratisch, und hat 4 Löcher (manchmal auch 5, für besonders haltbares). Es gibt auch solche mit 2, 3, 6 Löchern, aber die gängigsten sind die mit 4.
Durch jedes Loch läuft ein Faden. Diese Fäden, werden durch die dauernde Drehung miteinander verzwirnt (wie beim Seiler). Durch den Schussfaden, der jedes dieser „Mini-seile“ durchgezogen wird, bekommt das ganz den nötigen Halt.
Beim normalen (Kamm) weben, arbeitet man mit 2 Fäden, hier mit 4. Auch bestimmt nicht der Schussfaden das Muster, sondern die Fäden, die in die Brettchen gezogen sind. Durch das Drehen ergibt sich zum einen ein sehr festes tragfähiges Gewebe, zum anderen auch Faszinierende Möglichkeiten der Gestaltung.

Aus was sind die Brettchen

Die „traditionellen“ durch Funde belegten Brettchen sind meist aus Horn (wie im Museum von Kyburg zu bewundern), Holz, Leder oder Rohhaut.
Die Modernen aus Pappe. Oder noch einfacher (und flexibler): Aus Spielkarten.

Womit wird gewebt

Der Anfänger sollte nicht wie ich mit selbstgesponnenem beginnen, weil das sehr filzig und auch recht frustig werden kann.
Besser eignet sich (unauthentisches) Baumwollgarn, am bestern mercherisiertes. Das knotet nicht bis sehr selten, und filzt schon gar nicht.

Authentische, aber teure Materialien sind: Leinengarn und Seide.
Beides ist schwierig zu bekommen, und der Gebrauch hängt natürlich auch mit der Darstellung zusammen
Leinengarn ist bei der Spindel.de erhältlich, für Seide hat sich bei mir erst mal ein Vitamin B Lieferant aufgetan. (also wär ich für einen guten Bezugsquellen-Tipp dankbar)

Wie entsteht ein Muster?

Entweder durch Ausprobieren, oder mit einer Musterpatrone.
Das ist ein 4-Zeiliges Diagramm, welches in die Länge genausoviele Felder hat, wie Brettchen benötigt werden.
Die Patrone gibt das Muster, das Einspannen der Fäden vor, und erleichtert die Kontrolle des Musters.
Bei komplexen Mustern, welche ein kontrolliertes Vor und Rückwärts der Brettchen erfodert ist, wird meist auch noch die Drehsequenz angegeben.
Musterpatronen finden sich entweder in der entsprechenden Literatur, und auf dem Internet (oder man zeichnet sie selbst)

Broschieren, eine vielseitige Technik

Broschieren heisst, dass noch ein zusätzlicher „Schussfaden“ verwendet wird. So kompliziert das klingt, so einfach ist es.
Staudiegel und Collingwood kann man hier getrost über Bord werfen, denn beim einfachen Broschieren kommts darauf nicht mehr drauf an (vorausgesetzt, die Kette wird überall gleich aufgezogen)
Der zusätzliche Faden (Gold (ist aber in „A“ praktisch unmöglich) oder bunte Seide) wird einfach zuoberst noch separat eingewebt.

Die Technik ergibt zuweilen ein recht plastisches Ergebnis, und war schon bei den Alamannen sehr beliebt. In Köln gibt es einen Reliquienbeutel, aus dem 13. Jh, der mit der selben Technik verziert wurde.

Links:
http://www.steinmaus.de/Mittelalter/weben/

Die Steinmaus ist eine sehr empfehlenswerte Seite, wo auch einige Grundmusterpatronen zu finden sind.
Leider verweist er auf die „Faden und Brettchen Fummel Methode“ für den Aufzug.
Die Literatur-Tips gehören zum Feinsten (bis auf das Rottenbach-Buch „Bunte Bänder...“ welches, wenn es sich nur auf’s Kammweben beschränkt hätte, wirklich gut wär. Aber Frau Rottenbach ist eben auch in die S/Z Falle getappt, jedenfalls sehen die Beispielbänder so aus)

http://bigben215.housing4free.de/~vindeliker/webertreffen/

Das Webertreffen, welches sehr vergnüglich und lehrreich abläuft. Für jeden Angefressenen aber auch für Anfänger empfehlenswert.
Bilder von selbstgezeichneten Musterpatronen und dem dazugehörigen Resultat folgen.



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